Test: Dynasties

Titel:

Dynasties

Spieleranzahl:

2-4

Dauer:

ca. 100 Minuten

Alter:

ab 12 Jahre

 

Worum geht es:

Ziel ist es für jeden Spieler seine Familie stark zu halten und durch das Setzen der Familienmitglieder die Macht über Europa auszubauen und die stärkste Familie des Spiels zu werden.

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Wie spielt man?

Es ist schwer, die Regeln, kurz zusammen zu fassen. Wer einen genaueren Überblick möchte, kann die kompletten Regeln auf der Hans im Glück Webseite nachlesen. Hier die so gut wie möglich gekürzte Version:

Gespielt wird reihum. Wer am Zug ist hat eine Menge Optionen. Welche man davon ausführen darf liegt an seinen Handkarten, den so genannten Aktionskarten. Diese zeigen oben die möglichen Schritte an. Im Unteren Teil hat jede Karte eine Sonderaktion.

Option eins ist das Handeln. Unten rechts auf dem Spielplan gibt es drei Schiffe mit jeweils zwei freien Plätzen. Spieler eins der in einer Runde drauf setzt, muss auf einen zweiten Spieler warten. Findet der sich nicht bis Rundenende, darf er zwei der fünf Waren nehmen. Findet sich noch ein zweiter Spieler muss dieser die 5 Waren teilen (2/3 oder 1/4) und Spieler eins darf zuerst aussuchen. Dann kann man ein Fürst oder eine Fürstin auf ein Land seiner Wahl setzen, so man die Kosten bezahlen kann. Je nach Land muss, wenn ein zweiter Spieler ebenfalls auf das Land setzt und somit eine Heirat stattfindet einer der Spieler die Mitgift auswürfeln und wie auch beim Handeln aufteilen. Durch die Mitgift kann es auch zu Kindern kommen. Am Ende des Spiels und zwischendrin gibt es Siegpunkte für die meisten Figuren auf dem Feld. Erst für „Singles“, die aber nach der zweiten Runde verschwinden wenn man nicht zahlt. Und am Ende für die meisten Figuren je Region.

Von Links: Handel, die Persönlichkeiten und die Möglichkeiten wenn man passt.

Zusätzlich gibt es noch Aufgabenkarten die für geheime Siegpunkte sorgen können.

Dann kann man noch eine Persönlichkeit nutzen. Auch hierfür muss man Waren ausgeben und kann dann jeweils eine Aktion ausführen, z.B. eine Figur auf ein Land setzen, Waren ziehen, die Siegpunkte für eine Region ändern und noch mehr. Als letzte Aktion gibt es dann noch die oben erwähnten Sonderfunktionen auf den Karten.

So werden die Karten nacheinander ausgespielt. Man kann jederzeit pausieren in dem man eine Karte ablegt und dafür eine Ware nimmt. Dazu kann man aussetzen und beendet für sich die Runde. Dann kann man noch eine Figur setzen mit der man auch noch eine Sonderaktion bekommen kann.

Im Grunde gibt es bei jeder dieser Aktionen dann noch Wahlmöglichkeiten und Zusatzmöglichkeiten. Dazu gibt es noch Wertungskarten, die ebenfalls noch einmal Siegpunkte bringen, wenn man bestimmte Bedingungen erfüllt.

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Fazit:

Am Anfang wird man von der Vielzahl der Möglichkeiten erschlagen. Es handelt sich also wirklich um ein reines Kennerspiel. Tatsächlich hatte ich im ersten Moment vergessen, dass Matthias Cramer auch für Lancester verantwortlich ist, denn das Spiel fiel mir bei ganz groben Parallelen zunächst ein. Und das ist wirklich ein Kompliment. Dazu hatten wir den „teilen Mechanismus“ jahrelang gefühlt gar nicht und gerade zuletzt bei Jolly & Roger.

 

Um kurz den Vergleich zu Lancester abzuschließen. Der große Unterschied hier liegt dabei, dass man die Gegner auf der Karte nicht bewusst ärgern kann in dem man Ihnen Plätze wegnimmt und sie so zwingt, mehr Geld auszugeben. An sich ist Dynasties ein komplett warenbasiertes Spiel. Auch die Nebenaufgaben unterscheiden sich deutlich.

Man braucht sicher 2-3 Spiele um hier wirklich ein Gefühl dafür zu bekommen, was welche Aktionen in der ersten und auch noch zweiten Runde für das spätere Spiel wirklich bewirken können und wo man Prioritäten setzt. Grundsätzlich aber lässt sich gut sein eigener Weg planen. Hier ist es aber wieder ähnlich wie bei Lancester so, dass mehr Spieler automatisch bedeutet, dass das Spiel mehr Konfrontation bietet und die eigene Ziele deutlich schwerer umzusetzen sind. Ich finde allerdings das dies sogar eher den Spielspaß erhöht.

Die Illustrationen sind wirklich sehr gelungen, der Plan eine Augenweide. Spielerisch ist das in drei Runden unterteilte Spiel eigentlich für jeden offen bis zum Schluss durch die Wertungskarten. Es kommt aber schon vor, dass Spieler vor der 3. Runde schon wissen, dass es mit dem Sieg wohl diesmal nichts mehr wird. Die Wertungskarten sind auch der einzige wirkliche Glücksfaktor des Spiels. Mit viel Pech dort, hat man es sehr schwer. Sonst ist man natürlich gerade beim Heiraten auch auf andere Spieler angewiesen. Das heiraten nimmt aber tatsächlich nicht so einen wichtigen Punkt ein, wie es die Packung vermuten lassen würde. Natürlich kann es Vorteile und Kinder bringen aber gerade in den ersten zwei Runden gibt es auch viele Siegpunkte eben für das nicht verheiratet sein.

Sehr positiv erwähnen, möchte ich dabei einmal die Anleitung von Dynasties die sehr groß geschrieben ist (und damit gut lesbar) und alles auch an konkreten Beispielen sehr gut erklärt.

Dynasties macht im Grunde mit jeder Spieleranzahl Spaß, aber durch die erhöhte Interaktion würde ich sagen: Je mehr Spieler, desto besser. Wer gerne anspruchsvolle Spiele spielt sollte sich Dynasties unbedingt einmal näher angucken.

Dynasties

Dynasties
85.666666666667

Spielspaß

8/10

    Spielmechanik

    9/10

      Interaktion

      9/10

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