Shadowrun: You Don’t Show Your Age, My Dear (02.07.2076)

You Don't Show your Age, my Dear!

Montreal, Sonntag 02.07.2076

Kurz nach ihrer Ankündigung stand Nun tatsächlich vor unserem improvisierten Romeo 2. Sie konnte es echt nicht abwarten, Tyrone Geradi in die Finger zu bekommen! Noch überraschender fand ich, dass Galahad mit Wild Bill und Sierra 4 und Sierra 5 nach Montreal gekommen war. Über Kommlink meldete er sich und schaffte es nach einigem Hin und Her, uns ausfindig zu machen.

Nach einem kurzen Update starteten wir den Zugriff. November levitierte aus der Deckung heraus Echo und Lima auf das Dach der Halle, während ich mit SIerra 4 von der Straßenseite aus ein Ablenkungsmanöver startete und immerhin eine der beiden Wachen am Tor ausschalten konnte. Danach sprang ich in Sierra 5, Sierra 4 lief als SAFU weiter. Die 4 950s konnten wir schnell ausschalten, doch dann kam Besuch aus Kanada (heh!) – 2 Victors tauchten in der AO auf, beides MCT Nissan Roto-Drones (soweit ich feststellen konnte, in der 2075’er SecuTech-Variante).

Victor 2 wurde schnell ausgeschaltet. Victor 1 fiel kurz danach Echos Schwert zum Opfer – ein beeindruckender Stunt (habe eine anonymisierte Sequenz daraus erstellt und für ihn gespeichert). Leider steckte Sierra 4 ordentlich ein, ehe wir auch die letzte Wache am Tor erledigten.

Wir konnten in das Lagerhaus eindringen, im Inneren wartete ein weiterer Victor auf uns, ein Dobermann, der als SAFU zu operieren schien und schnell von Lima ausgeschaltet wurde. Die verbleibenden Wachen suchten das Weite. Echo stieß in einem Konferenzraum auf unsere Zielperson.

Geradi bot ihm viel Geld, wenn wir ihn ziehen lassen würden, aber Echo schaltete ihn mit irgendeinem gekonnten Ninja-Move aus. Ich habe den Verdacht, dass der Gute ein Adept ist, solche Sachen sollten eigentlich nur mit ‘nem Taser oder Drogen so sauber möglich sein.

Plötzlich schoß Elisabeth Nun an uns vorbei, stürzte sich auf Geradi – und Biss ihm in den Hals!

Echo konnte auch sie mit seinem Nervengriff ausschalten, so dass wir erstmal einen Moment sortieren konnten, was wir gerade gesehen hatten: Elisabeth Nun hatte sich in ein verschrumpeltes Etwas verwandelt und wie ein Vampir unserem Auftragsziel an den Hals geworfen!

Wir fesselten sowohl Tyrone als auch Nun und sahen dann zu, dass wir ohne Umschweife mit ihnen aus der AO kamen.  Ich programmierte Romeo 2 auf einen fuzzy-variierten Loop um die Stadt, und Phoenix rief Nazer an, um ihm von der letzten Entwicklung zu berichten. Aber der wusste davon, dass Nun ein Vampir war! Krasser Mist.

Er bedrängte Phoenix, den Auftrag zu Ende zu bringen und Nun frei zu lassen. Wir brauchten Bedenkzeit. Phoenix legte auf und wir steuerten einen Waldweg an, um uns zu besprechen und Nun und Geradi zu befragen.

Die Frau, die wir als Elisabeth Nun kennen gelernt hatten, sah immer noch wie ein verschrumpeltes Monster aus einem Trid-Clip aus. Runzelige Haut, schütteres Haar, fiese Zähne. Nicht mehr sexy. Auch nicht ihre Stimme. Sie fauchte und schrie, dass wir sie freilassen sollten, unser Auftrag hätte immer noch Gültigkeit.

Und irgendwie hatte sie ja Recht. Es hatte sich eigentlich außer ihrem Aussehen nichts geändert, und hey – manch einer war schon überrascht, wenn er eine schöne Frau mal ohne Makeup erwischt hat. Hat Nun als Vampir weniger Rechte als vorher als Mensch? Soweit ich mich an die Ausbildung erinnern kann nicht.

Die Frage ist eher: Haben sie oder Nazer irgendwas getan, was uns den Auftrag abbrechen lassen sollte?

Eine knifflige Frage.

Erstmal mussten wir uns überhaupt Zeit verschaffen, um über die Scheiße nachzudenken. Ich bestand darauf, dass wir alle WiFi-Verbindungen beendeten. Aber Galahad hielt das nicht lange aus und rief seinen Seelsorger oder sowas an. Der riet ihm zur Vernunft, und überraschenderweise hörte Galahad auf ihn. Ganz fit in der Steuerzentrale ist der Typ irgendwie auch nicht. Aber was soll’s, das Ergebnis zählt; Shear befreite Nun, und sie versicherte uns, dass Tyrone nicht als neuer Vampir durch die Gegend ziehen würde. Was das für den Magier heißen würde, konnte ich mir denken, und mir kräuseln sich immer noch ein bisschen die Fußnägel beim Gedanken daran.

Nachdem sie uns bezahlt hatte, machten wir uns mit Elisabeth Nun zusammen auf den Weg zum Abholpunkt, wo Wild Bill und sein T-Bird auf uns warteten und uns sicher nach Seattle zurück brachte.

Danach trennten wir uns, jeder leckte seine Wunden oder kümmerte sich um seine Angelegenheiten.