Rezension: Neanderthal 

Titel:

Neanderthal

Autor:

Jens Lubbadeh

Verlag:

Heyne

Seiten:

526

Kurzinhalt:

Deutschland 2053, das Land ist in einem Fitness- und Kontrollwahn. Jeder Schritt der Bürger wird überwacht, Schönheitsfehler und Behinderungen sind verpönt. Sie werden schon vor der Geburt kontrolliert.

Die Welt gerät für einen Kommissar aus den Fugen, als ein Toter mehr zu sein scheint, als zuerst vermutet, ein Behinderter. Das herbeigerufene Expertenduo Max Stiller und Sarah Weiss stellen schnell fest, dass das stimmt. Zeitgleich wird im Neandertal ein Haufen Neandertalerknochen gefunden, was eigentlich unmöglich sein sollte. Noch unmöglicher ist, dass diese keine 100 Jahre alt sind. Mit dieser Entdeckung ändert sich für die beiden schlagartig alles und ihr Leben ist in Gefahr.

Meinung:

„Neanderthal“ lässt mich etwas gespalten zurück. Lubbadeh hast es geschafft einen Roman zu schreiben, den ich in einem Rutsch durchlesen konnte, der eine spannende deutsche Zukunftsvision beinhaltet und durchaus interessante Charaktere. Die Idee, die Neandertaler einfließen zu lassen, funktioniert gut. Ich hätte mir da allerdings, wie hinten inzwischen oft vorhanden, auf zwei bis sechs Seiten einmal eine Erklärung erhofft, wie wahr und recherchiert dieser Roman ist oder ob es einfach wirklich reine Utopie ist. Aber das ist nur eine Kleinigkeit.

Ich konnte mich sehr gut mit den Charakteren identifizieren und fand den Verlauf spannend. Max Stiller war mir ein bisschen zu überspannt. Das wäre im Grunde nicht nötig gewesen. Und auch die erotischen Spannungen, die immer wieder auftauchen, waren für mich etwa fehl am Platz.

Warum also ist nicht alles gelungen? Das liegt bei mir an den Wendungen, die sehr plötzlich kommen, und mich wirklich sehr überrascht haben. Das ist gut, denn unlogisch war es nicht unbedingt, war aber absolut nicht meine Vorstellung davon, wie es weitergeht. Da hatte der Autor eine Vision, die unbedingt mit in das Buch musste, die meinen Nerv nicht traf. Das Ende war mir etwas zu schnell da und dann zu leicht. Ich werde hier nun gleich noch einen Spoilertext einfügen, in dem ich etwas mehr auf die störenden Sachen eingehe. Dies für alle, die evtl. das Buch auch schon gelesen haben. Mehr zum Inhalt selbst lässt sich leider nicht erzählen, da das Buch sehr von seinen Wendungen lebt. Da möchte ich ungern etwas kaputt machen.

Mir hat „Neanderthal“ gefallen und letztendlich ist es für mich noch eine ordentliche und  gute Bewertung. Im Grunde ist allein das erfrischende Szenario ein Hineineinlesen wert. Der Standort Deutschland, die gute Verknüpfung von Vergangenheit und Zukunft in dieser Geschichte, das ist einfach wirklich gut. Eine andere Entwicklung der Geschichte und auch etwas Charakterentwicklung mehr hätten das Buch für mich noch mal eine Stufe hochgehoben.

SPOILER

Im Grunde fingen für mich die „Probleme“ von Neanderthal mit dem Tod von Sarah an. Denn dies wirkte dann so, als fehlten an dieser Stelle die Ideen bzw. wurde alles der Mehrgenerationenidee untergeordnet. Gerade bei dieser Idee hätte mich dann am Ende wirklich interessiert, wie viel davon wirklich möglich ist. Kann man tatsächlich so etwas drehen, wenn auch vielleicht nicht auf diese Weise? Außerdem wurde dadurch auch die Chance auf wirkliche Charakterentwicklung genommen.

 

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar des Verlages. Es steht mir frei meine Meinung zu sagen. Es handelt sich nicht um Werbung.

 

Neanderthal

7

Fazit

7.0/10

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