Rezension: Kollaps

Titel:

Kollaps

Reihe:

Das Imperium der Ströme

Autor:

John Scalzi

Verlag:

TOR

Seiten:

408

Kurzinhalt:

Die Menschheit hat sich über die Sterne verteilt. Aber es sind keine Raumschiffe, die die Sterne miteinander verbinden, sondern extra-dimensionale Sternenstraßen, von denen niemand so richtig weiß, warum sie existieren. Doch was seit Ewigkeiten so funktioniert, droht auf einmal in sich zusammen zu brechen. Und nur die wenigsten menschlichen Siedlungen können autark überleben.

Genau drei Menschen haben eine Chance das Schicksal zu ändern. Die neue Imperiatox, ein Wissenschaftler und die Erbin eines der großen Handelshäuser.

Meinung:

Ich bin ein großer Fan von John Scalzi. Nicht alle seine Bücher sind auf dem gleichen Niveau, doch Scalzi weiß einfach, wie man auf eine erfrischende Art und Weise Science-Fiction Geschichte erzählt. Dazu kann er sehr kreativ Universen erfinden und beherrscht oft versteckten, aber ebenso oft sehr direkt platzierten Humor.

Kollaps steht dem in Wenigem nach.

Fangen wir mit der Welt an. Die Idee, dass die Menschheit durch Ströme reist, die man weder erschaffen, noch wirklich deren Herkunft kennt, und was mit ihnen geschieht, ist wirklich gelungen und sehr gut umgesetzt. Es hat alles Hand und Fuß. In der Science-Fiction Literatur sind diese Fortbewegungsmittel durchaus oft ein Thema. Aber vordergründig die Erzählung einfach auf die Menschheit zu lenken, und nicht Aliens oder einen unbekannten Feind einzusetzen, das gibt es doch eher selten.

Die Charaktere gefallen mir sehr gut. Es harmoniert alles, das Zusammenspiel ist gelungen und Scalzi ist es gelungen sehr kurzweilige Dialoge zu schreiben. Die sind oft schlagfertig, aber es gibt hier wenig vordergründigen Humor.

Die Handlung selbst ist sehr geradlinig, hat aber doch manch kleine Überraschung. Erstaunlich niedrig ist dabei der Actionanteil. Scalzi legt hier viel Wert darauf, das Universum zu erklären. Und nicht nur das Jetzt, sondern auch die lange Geschichte dahinter.

Die Geschichte findet an zwei Standorten statt und verbindet die Charaktere miteinander. Und dann kommen wir auch zu meinem einzigen großen Kritikpunkt. Knapp 400 Seiten ist das Buch dick und ich hatte am Ende das Gefühl: Jetzt geht es richtig los, die Einleitung ist vorbei. Ich möchte ganz schnell weiterlesen. Aber das Buch ist zu Ende. Als Endpunkt gut gesetzt, aber irgendwie 200 Seiten zu früh.

Kollaps soll den Beginn zu Scalzis bisher größtem Epos darstellen. Und ich bin sicher, dass es ein großer Lesespaß wird. Dieses „Tutorial“ war ein sehr gelungener Anfang.

 

Es handelt sich um ein Rezensionsexemplar. Ich kann dabei frei meine eigene Meinung äußern.

Kollaps

14.99
8.5

Fazit

8.5/10