Rezension: Dark Side

„Dark Side“ ist der erste Science Fiction Roman des, in Schottland lebenden, australischen Schriftstellers Anthony O’Neill

 

Titel:

Dark Side

Autor:

Anthony O‘Neill

Verlag:

Droemer-Knaur

Seiten:

412

Kurzinhalt:

Der zwielichtige Multimilliardär Fletcher Brass hat sich auf der ewig dunklen Rückseite des Mondes eine Zuflucht geschaffen: Die Kolonie Purgatory mit ihrer Hauptstadt Sin. Einwandern darf vor allem, wer ein umfangreiches Strafregister aufweisen kann und/oder über die entsprechende Barschaft verfügt. Mit Damien Justus, dessen Namen die Einwohner Sins fälschlich Justice aussprechen, ist ein neues Gesicht in dem Sündenbabel der Rückseite des Mondes aufgetaucht. Er ist der neue Police Lieutenant der Stadt und aus ganz eigenen Gründen der Erde entflohen.

Kaum angekommen, nimmt eine Mordserie ihren Lauf. Wer steckt dahinter? Brass‘ Tochter Q.T, die politischen Gegner des Milliardärs, Terroristen oder gar Fletcher Brass höchstpersönlich? Und was hat der Androide mit der Sache zu tun, der von allen unbemerkt mordend über die Mondoberfläche zieht. Sein Ziel: Die Dunkle Seite.  

Meinung:

Die grundsätzliche Idee des Romans ist gar nicht mal schlecht. Ein Kriminalroman auf dem Mond, mordende Androiden und ein größenwahnsinniger Milliardär als Herrscher einer verkommenen Stadt in der ewigen Dunkelheit des Weltalls.So muss auch 20th Century Fox gedacht haben, als sie sich im Oktober 2014 die Rechte an dem damals noch unveröffentlichten Werk gesichert haben. Dark Side ist gut recherchiert, eine Angabe von „Quellen“ findet sich sogar am Ende des Buches. Technische Details werden beiläufig eingestreut, ihre Existenz einfach vorausgesetzt.

Das mag ich an Science Fiction Büchern. Der Leser wird angeregt sich ein eigenes Bild aufzubauen. Leider gelingt es dem Autor allerdings oft in anderen Bereichen nicht ein „lebendiges“ Bild der Szenerie herzustellen bzw. anzuregen. Die düstere Metropole Sin zum Beispiel bleibt leider oft unscharf. Ebenso viele der handelnden Figuren. Am „lebendigsten“ wirken noch der Androide der sich in diversen kleinen Handlungssträngen auf sein Ziel zu „schlachtet“ und seine Opfer. Diese sind sehr Detailreich beschrieben, Motivationen und Hintergründe werden dargelegt. Teilweise hofft man sogar geradezu, dass sie nicht dem heimtückischen Androiden zum Opfer fallen mögen. Die anderen Protagonisten und Antagonisten lassen diese Lebendigkeit leider sehr vermissen.

Die Zwei Haupthandlungsstränge um den Androiden einerseits und Lieutenant Damien Justus und seine Gegenspieler andererseits laufen einen Großteil des Buches parallel. Gegen Ende werden sie zusammengeführt, allerdings wirkt alles ein wenig zu konstruiert. Ebenso die „Auflösung“ der Mordfälle. Möglicherweise ist dies auch dem Umstand geschuldet, dass der Roman nur 400 Seiten lang ist. Teilweise wirkte vieles sehr in Form gepresst und hastig. Ich hatte oft das Gefühl, dass wenn das Buch nur ein wenig länger gewesen wäre um noch das ein oder andere zu ergänzen dann hätte das dem ganzen eine deutlich bessere atmosphärische Dichte verliehen. 

Ich bin kein ausgemachter Fan von Kriminalromanen, möglicherweise liegt mir Dark Side deswegen nur bedingt. Krimifans mögen eher auf ihre Kosten kommen. Da dies der erste SiFi Roman des Schriftstellers ist, mag es sich lohnen auf folgende Werke zu warten, Potential haben die Ideen von O’Neill allemal.   
TorbAlb

Dark Side

14,99
Dark Side
6.5

Fazit

6.5/10

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