Rezension: Kinder des Nebels (Die Nebelgeborenen, Band 1)

(ganz unten Folgen ein paar Spoiler für Leute die das Buch schon gelesen haben)

Autor:

Brandon Sanderson

Verlag:

Heyne

Genre:

Fantasy

Kurzinhalt:

Seit über eintausend Jahren ist die Welt von Asche bedeckt. Seit über eintausend Jahren herrscht der unsterbliche Lord Ruler und versklavt das Volk der Skaa. Die Hoffnung scheint längst verloren, bis eines Tages ein junger Mann mächtige Fähigkeiten entwickelt und eine Schar von Rebellen versammelt. Sein Plan: Er will sie ebenfalls die Kontrolle über die magischen Kräfte lehren – und den allmächtigen Lord Ruler stürzen …

Der atemberaubende Auftakt einer neuen großen Saga. (amazon.de)

Tatsächlich stimme ich dieser Kurzbeschreibung nur bedingt zu, denn der „junge Mann“  will keiner Schar von Rebellen magische Kräfte lehren. Sein Ziel ist es eine Gruppe zusammenzustellen, die dann gemeinsam sich einen Plan überlegen soll, das tausend Jahre alte Imperium zu stürzen, was für alle auf den erste und zweiten Blick wie der pure Wahnsinn klingt. Natürlich ist auch eine Art „Magie“ im Spiel, diese können aber die meisten Mitglieder schon auf jeweils eine Art und nur eine Person bekommt diese komplett gelehrt. Das generell besondere ist, das die Bevölkerung für eine Rebellion nicht so einfach zu gewinnen ist. Die Skaa sind nach Jahrhunderten der Versklavung komplett abgestumpft und kümmern sich jeweils nur noch um Ihre Arbeit für Ihren jeweiligen Herren.

 

Die Magie ist hier in Form von Allomantie vorhanden. Es können hierbei Metalle im Körper verbrannt werden um damit etwas zu bewirken.  Einige haben die Gabe ein Metal zu verbrennen und noch weniger können alle Metalle für sich nutzen.

Meinung:

Klingt spannend? Ist es auch! Sanderson kann eins hier besonders gut. Er wählt Ansätze die man so zuvor noch nicht gesehen hat. Er ist dazu ein echter Geschichtenerzähler. Man möchte immer wissen wie es weitergeht.

 

Das Magiesystem (oder auch Fähigkeitensystem) ist tatsächlich ein Highlight. Ich habe mir bisher noch keine Erklärung vom Autor dazu durchgelesen, aber auf die Idee der Metallverbrennung mit einem jeweiligen Vorrat im Körper der aber durchaus auch durch das Trinken dieser in flüssiger Form verstärkt werden kann ist vorher noch niemand gekommen. Die Magie ist dabei nicht übermächtig und im Grunde nur auf sich selbst anwendbar oder um zu verhindern das die Magie im Umkreis wahrgenommen wird. So faszinierend es ist, so gut funktioniert es.

Was man nicht erwarten darf, sind  ausschweifende Landschaftsbeschreibungen. Dazu gibt der Kontinent auf dem die Handlung  zu wenig. Zu sehr zu geschunden ist das Land durch einen fernen Krieg der allerdings hier wenig Beachtung findet. Die Welt hat  einen  düstereren, verlorenen, aussichtslosen Touch.

Der „junge Mann“ auch genannt Kelsier war mir am Anfang etwas der zu große Held.  Das relativiert sich dann aber doch sehr schnell. Die zweite Hauptfigur Vin ist eine Figur der Extremen. Aber am Ende passt das doch auch sehr gut. Auch wenn das  Geschehen, als kleiner negativer Punkt, zwischenzeitlich bei ihr etwas zu vorhersehbar war und mir auch zu schnell ging. Da wäre sicher noch mehr Luft für etwas charakterliche Tiefe gewesen. Die Nebencharaktere erfüllen ihren Zweck. Alle passen gut in die Geschichte. Auch hier hätte man vielleicht noch etwas mehr in die Tiefe gehen können. Bei jetzt schon 896 Seiten wird es dann allerdings irgendwann doch auch zu viel. Bitte dabei nicht abschrecken lassen. Ja es ist eine Triologie, aber Band 1 ist für sich weitgehend abgeschlossen und es gibt nur einen Mini Cliffhanger.

Generell ist die Handlung sehr linear und spielt in der Regel an einem Ort. Das kann sowohl positiv als auch negativ aufgefasst werden. Sanderson kann gut mit unterschwelligem Humor spielen.

Natürlich weiß man sehr schnell worauf alles herausläuft aber Sanderson kann einen am Ende doch immer wieder überraschen ohne dabei Ungläubig zu sein.

 

 

Preis/Leistung:

15 Euro für ein Nicht Hardcover gehört bei mir zum absoluten Oberpreis. Hier ist er komplett gerechtfertig. Man bekommt 896 Seiten die wie im Flug vergehen werden.

Die knapp 12 Euro für die Kindle Variante finde ich da im Vergleich viel zu teuer.

Spoilerparade:

Ab hier bitte nur weiterlesen, wenn man das Buch schon gelesen hat oder es einen dann doch gar nicht interessiert.

Während des Buches verschwinden die Highlights oft sehr schnell. Ein bißchen enttäuscht war ich z.B. über das schnelle Ende der Armee oder über die schnelle Entwicklung von Vin.

Das Ende des Buches war wirklich ein Highlight. Das Ende von Kelsier hatte ich so sehr sehr lange nicht voraussagen können. Gerade da es ja offiziell eine Triologie ist, hätte ich damit nicht gerechnet. Die Art wie der Kaiser sein Leben verlängert fand ich in Zusammenhang mit den Fähigkeiten wirklich fazinierend. Eine Klasse Idee. Spannend ist nun ob die Entwicklung vom Helden zum Diktator 1000 Jahre in der Vergangenheit noch weiter beleuchtet wird.

Kinder des Nebels

8.5

Fazit

8.5/10

Pros

  • düstere Welt
  • kreative Fähigkeiten
  • viele neue Ideen

Cons

  • teils Sprünge in Charakterentwicklung

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